produces an illusion

of action from a rapid succession of static pictures

Rezension
Du hast sie losgebunden?

Du hast sie losgebunden?

“Egal, auf dem Bahnsteig lagen wir uns lange in den Armen. Als er seinen Griff lockerte, fragte er mich, ob ich immer noch bereit sei, die Tochter des Chefs zu entführen, die meine Avancen ignorierte, und ich nickte.” Yves Ravey: Bruderliebe/Enlèvement avec rançon, aus dem Französischen von Angela Wicharz-Lindner, München 2012.
Wind und Robben

Wind und Robben

„Kommen Sie, kommen Sie, sagte er, Sie wollen doch sicher unsere kleine Gemeinde kennenlernen, hier sehen Sie schon einen guten Teil, und er zeigte auf die Grabsteine.“ Annette Pehnt: “Insel 34″, Roman
You come on just like special K

You come on just like special K

“Ihr Buch habe ich erhalten und gelesen. Es ist in seiner Art das fabelhafteste, das ich gesehen habe, ich bin überzeugt, wären Sie englischer oder amerikanischer Autor, so würde Ihr Werk in 100 000 Exemplaren von London bis zum Sudan gelesen werden.” Leo Perutz: Zwischen neun und neun, Roman
Zerberus, dreiköpfig und stets wachsam

Zerberus, dreiköpfig und stets wachsam

Ein nettes kleines Bändchen an Literatur fliegt uns da auf den Schreibtisch, und schon die Kürze dieses Romans (Reich-Ranicki würde angesichts der Quantität heftigst protestieren) ermuntert uns zur Lektüre. Warwick Collins: “Herren”, Roman, aus dem Englischen von Thomas Mohr, Kunstmann. 2001
Einen Platz an der Sonne

Einen Platz an der Sonne

Gut platziert, aber dann doch von den Wulff’schen Eskapaden aus dem Focus geräumt, hätten die Vorwürfe “rassistischen, antimodernen, totalitären Denkens”, erhoben vom Sturmgeschütz des Online-Postings, Spiegel Online, für eine längere Debatte sorgen können. Doch zu durchsichtig die Anschuldigung, zu einhellig der Proteststurm. Dabei verdeckte der allgemeine Erregungszustand den Blick auf den Roman an sich, denn...
Dem Gott so Wurst war wie der Teufel

Dem Gott so Wurst war wie der Teufel

Nahezu ein Menschenalter ist verstrichen, seit vor 90 Jahren der abgebrochene Germanist und Gelegenheitsredakteur Norbert Jacques auf einem Dampfschiff den Bodensee überquerte und Dr. Mabuse traf. Norbert Jacques: “Dr. Mabuse, der Spieler”, Roman, 383 Seiten, Rowohlt.
Ich habe nie Menschenfleisch gegessen

Ich habe nie Menschenfleisch gegessen

Bruno Dillmann kramt in der Schublade von 2001 und rekapituliert seine Gedanken zu Christian Krachts Zweitling.   Christian Kracht: “1979″, 2001
Heimkehr der Jäger

Heimkehr der Jäger

“Die ganze Welt hat sich in ein Negativ ihrer selbst verwandelt. […]. Auch mein Bild hat sich verkehrt. Alles, was ich gut an ihm fand, ist jetzt ein unübersehbarer Mangel, alles, was für seine Authentizität sprach, beweist jetzt, dass es gefälscht ist.”  Michael Frayn: “Das verschollene Bild/Headlong”, ins Deutsche  übersetzt von Matthias Fienbork, 1999
Bordone-Saal-Sitzbank

Bordone-Saal-Sitzbank

Wie aktuell kann ein alter Meister sein? Wie nahe kann er Jahre nach seinem Tod Gedanken und Gefühle berühren? Thomas Bernhard hebt sich auch nach seinem Tod aus der Masse heraus. Sprache und Form, Ideen und Gedanken behalten ihre Aktualität. Nichts ist gealtert – dafür alles meisterlich gereift. Thomas Bernhard: “Alte Meister”, Roman, 311 Seiten,...
Diabolus ex machina

Diabolus ex machina

Gothic Horror oder Reminiszenz aus Spanien? Unterstützt von einem fabelhaften Layout holt Javier Marquez Sanchez einige B-Movies von Hammer aus der Kiste, nimmt auseinander, flickt zusammen und  und näht sich einen Roman daraus. Javier Marquez Sanchez: “Das Fest des Monsieur Orphée”, übersetzt von Luis Ruby, Walde+Graf, 401 S.
Die Rache der Baumeister I

Die Rache der Baumeister I

  Seit Stoker, Shelley, Poe und Radcliffe weiß die Literatur um die stimmungsvolle Atmosphäre der “gothic novel”. Der Prager Milos Urban nimmt sich der gothischen Seite seiner Heimatstadt an und macht jene zur Protagonistin eines modernen Schauerromans und scheitert. Milos Urban: “Die Rache der Baumeister”, Roman, übersetzt Wolfgang Hildesheimer, 2001.
Und wo sollen wir Sie ausstreuen?

Und wo sollen wir Sie ausstreuen?

“Nirgendwo”, sagte sie. “Ich will den Leuten nicht die Blumen in ihren Gärten besudeln”. Mariusz Szczygiel: “Gottland. Reportagen”, Deutsch von Esther Kinsky, 2006, 271 Seiten.
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